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Pulver-Flüssigkeit-System im Nageldesign

Wie funktioniert es?


Bei Acryl handelt es sich um eine Mischung aus Pulver und Flüssigkeit, die miteinander eine Verbindung eingehen. Diese Reaktion wird durch Sauerstoff, Wärme oder UV-Licht beschleunigt. Das System stammt aus der Zahnmedizin und wird dort bevorzugt mit UV-Licht als Härter eingesetzt. Der frühere Grundstoff Methylmetacrylat wurde 1975 in den USA verboten und durch andere Chemikalien ersetzt. Die ehemals starke Geruchsbelästigung wurde durch schwerere Moleküle stark reduziert. Während in den USA eine Absaugvorrichtung vorgeschrieben ist, darf in vielen Ländern Europas ohne Entlüftung gearbeitet werden.

Das Pulver-Flüssigkeit-System (im Volksmund auch Acrylnägel) ist das älteste professionelle Verfahren im Nageldesign.

Dabei wird ein Gemisch bestehend aus zwei Komponenten, dem Acrylliquid (Monomerflüssigkeit) und Acrylpulver (Polymerpulver) auf den Nagel aufgetragen und ausgeformt und ausgehärtet. Bei der Art der Aushärtung unterscheidet man zwischen lichthärtendes System und lufthärtendes System. Beim lichthärtenden System befinden sich im Acrylliquid (Modellageflüssigkeit) Photoinitiatoren, welche bei Bestrahlung mit UV-Licht im Lichthärtegerät die Aushärtung des Kunststoffes bewirken.

Beim lufthärtenden System erfolgt die Aushärtung (Polymerisation) durch den Sauerstoff der Luft. Während die lichthärtende Variante im Nageldesign nahezu geruchlos ist, entweichen bei der Anwendung des lufthärtenden Systems Lösungsmitteldämpfe, welche bei gewerblicher oder häufiger Anwendung abgesaugt werden sollten um mögliche Reizungen der Schleimhäute, Augen und eventuelle gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden. Der Geruch kann durch spezielles Oderless-Liquid etwas minimiert werden kann, ersetzt aber keine Filteranlage oder Absaugeinrichtung.

Mit dem Pulver-Flüssigkeit-System lassen sich sehr dünne und zugleich feste Modellagen erzielen, da die Kunststoffstruktur eine große Dichte besitzt. Die bevorzugte Methode zur Verlängerung von Fingernägeln ist bei der Acryltechnik die Schablonenverlängerung. Dabei wird eine Schablone aus Papier, Metall oder Teflon unter das freie Ende des Naturnagels geschoben und am Finger selbstklebend oder mittels eines Bügels aus Metall oder Perlonschnur befestigt. Nach der Modellage und Aushärtung der Kunstnagelspitze wird die Schablone wieder entfernt.

Die Nagelmodellage mit Schablone eröffnet beui der Anwendung im Nageldesign eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber der Tipverlängerung. Neben einer perfekten Anpassbarkeit ohne anschließendem "Fremdkörpergefühl" kann bei der Modellage der Nagelspitze eine Sollbruchstelle bewusst integriert werden, welche den Naturnagel im Falle eines Nagelbruches vor Verletzungen schützen kann. Der perfekte Umgang mit der Schablone erfordert allerdings viel Geschick und in der Regel eine sehr lange Übungszeit und Praxiserfahrung. Die Acryltechnik mittels Schablonenverlängerung wird daher nicht ohne Grund im Nageldesign als die hohe Kunst der Nagelmodellage bezeichnet.

Ein weiterer Vorteil der Acryltechnik ist die leichte rückstandsfreie Ablösbarkeit der Modellagen mit Tipremover, was bei Gelnägeln nur bei s.g. Soak-off-Gelen möglich ist


Leider kursieren immer noch Gerüchte über die angeblichen krebserregenden Inhaltsstoffe von Acrylnägeln. Diese Lüge wird in erster Linie von Herstellern und Naildesigner unterstützt, die selber keine Pulver/Flüssigkeitssysteme herstellen oder verarbeiten.

Die Rede ist hier von „Benzoyl Peroxid“ = BPO BPO ist völlig harmlos ,in der Konzentration,wie sie in den Acrylprodukten enthalten ist,und es ist in jeder Hautcreme zu finden die wir für die Akne einsetzen. Bevor BPO überhaupt erlaubt wurde, war es schon in jedem Hautpflege-produkt für Problemhaut auf der ganzen Welt zu finden. Später wurde es dann für medizinische Zwecke freigeben.

In der Nagelbranche ist BPO die Substanz die es erst ermöglicht das Pulver und Flüssigkeit zusammen aushärten, nur ca. 1/5 von dem was in Salben benötigt wird, findet hier Verwendung.

Als BPO für medizinischen Zwecke freigegeben wurde vergaß die EU leider dass die Nagelbranche genau dieses BPO für Nagelmodellage-produkte brauchte. Hier wäre eine Ausnahme-regelung erforderlich gewesen. Allerdings könnte es auch sein das der Gesetzgeber BPO in der Nagelindustrie als technischen Hilfs-stoff gesehen hat, was dann nach KVO (Kosmetikverordnung) sowieso schon zulässig wäre.

Fakt blieb aber, das so genannte „Acrylsysteme“ nichts mit Medizin zu tun hatten, somit aus diesem Gesetz fielen, aber so war es ja auch eigentlich nie vorgesehen.

Einige Fabrikanten nutzen nun dieses kleine Versäumnis der EU um ihre Produkte als gesundheitlich unbedenklich zu vermarkten und somit ihren Profit zu steigern.

Dieses Märchen wurde an die Ausbilder und Schüler und somit an die Kunden weiter gegeben und verbreitet und so entstand die so genannte „Acryllüge“ die leider heute immer noch aus Unwissenheit oder Profitgier kundgemacht wird.

Durch das Aufrechterhalten dieser Unwahrheiten entstehen Herstellern, Großhändlern und Nagelstudios jährlich erhebliche Schäden.

Fakt ist und bleibt: alle Materialien die in einem einwandfrei arbeitenden Studio verwendet werden, wurden vorher auf ihre Unbedenklichkeit geprüft, in Deutschland zugelassen und dann erst zum Verbrauch frei gegeben.

Keine deutsche Handwerkskammer würde mit Materialien arbeiten die gesundheitsgefährdend sind oder jemanden einen Schaden zufügen, kein professionelles Nagelstudio würde seine Materialien über dunkle Kanäle beziehen und hohe Strafen dafür riskieren oder gar die Gesundheit anderer gefährden, dies alles würde keiner von uns verantworten wollen. Das gleiche gilt auch für andere Acryl Nationen wie z.B. Amerika oder Russland. Angemerkt sei hier, dass die meisten Meisterschaften mit Acryl Systemen ausgeführt werden.

Die Wahrheit ist nun mal, dass keine Herstellung der Nagelverlängerung oder Verstärkung gefährlicher oder gesundheitsschädlicher ist als die andere, wenn Sie von

korrekt ausgebildeten

Naildesignern verarbeitet werden.

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